Dienstag, 11. April 2017

individuelle Lernwege zulassen

die Kinder unserer Lerngruppen sind verschieden
und so sind wir alle immer wieder sehr darum bemüht,
sie entsprechend ihrer Möglichkeiten individuell zu fördern.... 

es gibt viele durchaus gute Gründe dafür,
warum wir gleichzeitig versuchen, 
gemeinsam auf einem Lernweg zu bleiben
und einen Unterrichtsinhalt auf verschiedenen Niveaustufen anzubieten....

wir differenzieren dann im Schwierigkeitsgrad,
im Umfang und bieten individuelle Unterstützung an,
damit möglichst alle Kinder die Chance haben,
etwas zu lernen....

ich persönlich würde hier gerne entschiedenere Wege gehen,
mich von dem Gleichschritt für alle ganz grundsätzlich verabschieden
und die Kinder tatsächlich ihre individuellen Lernwege gehen lassen,
denn nur so hat aus meiner Sicht tatsächlich jedes Kind die Chance,
wirklich im eigenen Tempo zu lernen 
und mit sich und der Welt 
ganz fundamentale Erfahrungen zu sammeln....


in diesen Kontext habe ich dieses Buch bereits kurz vorgestellt

Individuelles lernen mit System


von Maike Grunefeld und Silke Schmolke
(aus dem Verlag an der Ruhr)
 




hier wird ein Unterrichtsmodell vorgestellt,
das mit Jahresarbeitsplänen arbeitet
und für mich bis heute sehr überzeugende Möglichkeiten vorstellt,
wie man mit Kindern jahrgangsübergreifend so arbeiten kann,
dass man sie dort abholt, wo sie tatsächlich stehen,
um sie dann auf ihren individuellen Lernwegen 
zu begleiten und zu unterstützen...

und wer noch einmal etwas genauer nachlesen möchte,
der kann das hier tun


mittlerweile gibt es auch einen zweiten Band,
der schon lange hier auf meinem Schreibtisch liegt
und in dem ich immer wieder interessiert lese,
um in einem sehr konkreten Fundus der Möglichkeiten
nach Anregungen zu suchen, 
die mich motivieren und unterstützen 
auf meinem Weg weiterzukommen...

Individuelles lernen mit System


von Maike Grunefeld und Silke Schmolke
(aus dem Verlag an der Ruhr)
 




 und hier ein kleiner Blick ins Buch,
das inhaltlich den 3. und 4 Jahrgang in den Mittelpunkt rückt,
ein Leistungskonzept innerhalb des Konzeptes vorstellt,
die Elternarbeit kurz beschreibt
und auch das Thema "Inklusion innerhalb des Konzeptes" aufgreift




Wenn man die Ideen des Konzeptes an der eigenen Schule umsetzen möchte,
dann kann man das nicht im Alleingang tun, 
sondern muss sich als gesamtes Kollegium auf den Weg machen.
Hier wären dann ganz gezielte, gemeinsame Fortbildungen möglich
und sicher als erster Schritt sinnvoll,
um dann im Kollegium zu überlegen, in welchen Schritten man vorgeht,
um auf die eigene Schule angepasst ein mögliches Konzept zu entwickeln...

über das Konzept und die beiden Bücher könnte man eine Menge schreiben,
aber hier sprengt das den Rahmen...

vielleicht wäre es sinnvoll, wenn sich über die Kommentare
ein weiterführender inhaltlicher Austausch ergeben würde

und in eigener Sache möchte ich gerne sagen,
dass mir noch ein bisschen Zeit für Hospitationen bleibt
und mir viel daran gelegen wäre,
in Schulen, die das individuelle Lernen auf den Weg bringen 
wollen zu hospitieren, um für meinen Unterricht Ideen zu sammeln 

es gibt kaum Schulen, die sich tatsächlich als Team auf den Weg machen
und so wird es für viele Realität bleiben,
für ihre Lerngruppen nach Wegen zu suchen,
wie sie ihre Kinder bestmöglich auf ihren Lernwegen unterstützen können

beide Bücher habe ich vom Verlag an der Ruhr
als Rezensionsmaterial zur Verfügung gestellt bekommen
und bedanke mich dafür

gleichzeitig kann ich beide Bände sehr empfehlen,
denn sie bündeln Ideen, Möglichkeiten und Materialvorschläge,
die Mut machen, sich auf den Weg zu machen und zeigen, 
dass individualisierter Unterricht auch so vorbereitet werden kann,
dass es zu schaffen ist und man nicht tagtäglich in einem 
Vor- und Nachbereitungswust untergeht,
der sich nicht durchhalten lässt...

euch wünsche ich einen guten Tag

LG Gille


Kommentare:

  1. Mich würde vor allem mal interessieren, wie die (neu ausgerichtete) QA so ein (scheinbar) vollkommen individuelles Vorgehen beurteilt. Gibt es hier KollegInnen, die sie bereits absolviert haben, die so arbeiten? Wir haben gerade die Hospitationsphase durch, arbeiten vollkommen anders und haben trotzdem eine (erste) positive Rückmeldung.

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    1. Unsere Schule hatte die QA während meiner Krankheitsphase, arbeitet auch nach anderen Konzepten und wurde auch abschließend positiv bewertet. Ich habe in den letzten Monaten die Grundschule in Schüttoft (Grundschule auf dem Süsteresch) besucht, die den Deutschen Schulpreis 2016 gewonnen hat und nach einem ähnlichen Konzept wie oben arbeitet. Mich hat das sehr überzeugt. Ich bin aber gleichzeitig sicher, dass es auch viele andere Konzepte geben kann, die guten Unterricht sichern. Mal sehen, was hier an Antworten auf deine Frage noch zusammenkommt. Das interessiert mich auch.
      LG Gille

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  2. Hallo zusammen!
    So stelle ich mir ideale Schule vor! Nun bin ich aber an einer Schule, die fast nur von Kindern besucht wird, die aus bildungsfernen Familien (meist auch mit Migrationshintergrund) kommen und deswegen vor allem sprachlich große Schwierigkeiten haben. Uns fällt auf, wie sehr die Kinder das Sprachvorbild der Lehrkräfte brauchen, wie sehr gerade schwache Kinder in Reflexionsphasen von den wenigen starken Kindern profitieren, wie häufig sie Unterstützung bei Aufgabenstellungen und Co. brauchen, wie oft eingeführte Dingen wiederholt versprachlicht und erklärt werden müssen. Wir können uns nicht vorstellen, wie dieser Aspekt in einem sehr individualisierten Unterricht geleistet werden kann, wenn noch dazu kommt, dass es den Kindern extrem schwer fällt, konzentriert und selbstständig zu arbeiten. Hat jemand Erfahrung mit der Arbeit nach einem solchen Konzept in einem ähnlichen Einzugsbiet? Viele Grüße!

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    1. Ganz spontan würde ich sagen, dass die wenigen Schulen, die ich kenne und die nach ähnlichen Konzepten vorgehen mit ähnlichen Kindern arbeiten, wie du sie beschrieben hast. Gesprächskreise und Austausch findet auch an diesen Schulen immer statt. Es gibt die Aufgabe des Tages, die gemeinsam gerechnet wird, frei geschriebene kleine Texte, die vorgestellt werden oder entstandene Themenplakate, die die Kinder präsentieren. Neben der Arbeit an den Arbeitsplänen gibt es immer gemeinsame Arbeitszeiten. Auch der Fachuntericht findet in der Regel gemeinsam statt. Ich meine, dass ein solches Unterrichtskonzept nur gemeinsam an einer Schule entwickelt werden kann und man behutsam und Schritt für Schritt vorgehen muss, um es den Bedingungen, die man hat, möglichst gut anzupassen. Anlass zur Umstellung waren zum einen die Kinder, die man mit dem bisherigen Unterricht nicht wirklich gut erreichte oder das differenzierte Vorbereitung und das tägliche Nachbereiten war einfach mit zu viel Aufwand verbunden. LG Gille

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    2. Liebe Gille!
      Ich arbeite seit mehreren Jahren in einer jahrgangsübergreifenden Klasse 1/2. In diesem Schuljahr haben wir uns dafür entschieden nach dem o. g. Buch einen individuellen Leselernweg zu erstellen. Auch zwei deiner zur Verfügung gestellten Materialien befinden sich darin. Nochmals vielen Dank dafür an dieser Stelle. Bis zum Ende des Schuljahres werden wir die Materialien für die Erstklässler fertiggestellt haben. Dann werden wir uns auf den Weg machen das Lesekonzept für Klasse 2 zu erarbeiten. Wenn du daran Interesse hast, kannst du dich gerne bei mir melden.
      Lieben Gruß!
      Petra

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    3. Hallo,
      ich hänge mich mal hier mit an. Oftmals sind es ja genau die Schulen mit schwierigen Kindern, die nach neuen Konzepten suchen, da "altbewährtes" so nicht mehr funktioniert. Ich habe an einer Schule mit eben diesen Problemen mein Ref gemacht und habe immer das Gefühl gehabt, mich zerteilen zu müssen, da gefühlt jedes Kind in irgendeinem Bereich massive Probleme hatte und ich ja dennoch den Lehrplan einhalten musste. Eine individuellere Vorgehensweise liegt da meiner Meinung nach nahe! Jetzt unterrichte ich an einer kleinen Dorfschule mit sehr viel weniger Problemen, hier können leistungsstarke Kinder schwächeren helfen - Verständigungsschwierigkeiten gibt es kaum und das "altbewährte" funktioniert hier NOCH. Ein Grund dafür, dass ich im Kollegium mit diesen Ansätzen noch kein Gehör finden würde. Aber auch so eine Dorfschule verändert sich und die Leistungsschere wird größer.
      Ich fände jahrgangsgemischte Lerngruppen toll. Es ist nur ganz wichtig im Team daran zu arbeiten und ein Konzept zu entwickeln, welches auf die individuelle Situation angepasst.
      Ich werde die Bücher mal im Hinterkopf behalten, vielleicht ist mein Kollegium ja auch irgendwann so weit. Das soll hier auch kein Vorwurf sein - ich habe ein tolles Kollegium! :)
      Liebe Grüße
      Lilli Belle

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    4. So eine Dorfschule ist schon was feines. Trotzdem ist es genau so wie du es sagst, dass die Begabungsbreite der Kinder immer weiter auseinandergeht. In jahrgangsgemischten Lerngruppen würde ich auch sehr gerne arbeiten. Dafür ein Kollegium zu begeistern stelle ich mir auch sehr schwer vor.
      LG Gille

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    5. Liebe Petra, wenn du Lust hättest mal per Mail Kontakt zu mir aufzunehmen, dann würde ich mich darüber sehr freuen. Mit inhaltlich noch ein bisschen intensiver auszutauschen fände ich klasse.
      LG Gille

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  3. Auch ich bin ein Fan des individuellen Lernens und kenne auch den ersten Band, des oben vorgestellten Buches. An meiner Schule haben wir uns gerade im Zuge unserer neu eingeführten Eingangsstufe in diesem Bereich auf den Weg gemacht. Wir stehen noch ziemlich am Anfang und haben uns für den Weg über die Wochenplan Arbeit entschieden. Uns erschien die Arbeit mit Jahresplänen zunächst zu radikal für unsere Anfangsphase. Mittlerweile haben wir unser Konzept der Planarbeit immer weiter an unsere Umstände und unsere Kinder angepasst, weiter entwickelt und immer wieder hinterfragt.Daher kann ich nur voll und ganz zustimmen, dass diese Art der Pädagogik ein Prozess und eine ständige Auseinandersetzung sein muss um den Anspruch der Individualität zu genügen! Wichtig ist auch die rückhaltlose Unterstützung der Kollegen und die Bereitschaft, diese Pädagogik zu leben. Ich selbst arbeite nun schon seit vielen Jahren, in unterschiedlichen Formen, mit Unterrichtsformen, die das individuelle Lernen unterstützen, und möchte auch nie mehr anders arbeiten müssen! Der Abschied vom "Im Gleichschritt marsch"-Lernen ist meiner Meinung nach überfällig! Deshalb ist dieser Austausch über diese Pädagogik sehr wichtig, damit es Ängste und Zweifel abbauen kann!

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    1. Du bist nicht zufällig hier irgendwo in der Nähe des Münsterlandes und würdest mir mal einen Besuch möglich machen, oder? Ich würde so gerne mal ein bisschen in eine Klasse schnuppern, die sich auf den Weg gemacht hat. Für diesen Prozess braucht man wirklich viel Geduld.
      Genieße eure Schule und euer Team.
      LG Gille

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    2. Ganz herzlich eingeladen bist du bei uns! Ich bin auch für jede Art von Feedback dankbar, deshalb finde ich Hospitationsgäste immer super spannend! 😊 Allerdings müsstest du einen etwas weiteren Weg auf dich nehmen, da ich im Nordwesten Niedersachsens unterrichte, nämlich im Emsland! Ist sehr idyllisch hier und lässt sich super mit einem kleinen Urlaub verbinden! 😉 Ich danke dir für deine vielen Denk- und Diskussionsanstösse und natürlich auch für dein herrliches Material! Ich wünsche dir ein schönes Osterfest!

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    3. Könntest du mal hinter den Kulissen über eine Mail mit mir Kontakt aufnehmen. Dein Angebot hört sich richtig verlockend an!
      LG Gille

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  4. Liebe Gille,
    ich habe beide Bücher und habe sie mit großer Begeisterung gelesen.
    Was die Autorinnen da auf die Beine gestellt haben und wie praxisnah das alles ist, ist einfach toll.
    Ich bin Förderschullehrerin und habe das oben beschriebene Konzept letztes Jahr für eine jahrgangsgemischte Förderschulklasse adaptiert. Als "Alleinkämpferin" war mir eben nur eine Adaption möglich. Aber die Erfahrungen, die ich damit sammeln konnte, waren sehr positiv und ich würde jeder Grundschule heutzutage raten, so zu arbeiten!
    Auch sonst sind die Bücher mit all ihren Tipps und Materialvorschlägen absolut empfehlenswert!
    Leider kann ich die ganzen Materialien davon und auch deine ganzen wunderbaren Materialien, liebe Gille, in meiner Klasse an einer Schule zur geistigen Entwicklung nicht mehr nutzen.
    Trotzdem schaue ich jeden Tag hier vorbei, was du so schreibst...
    Liebste Grüße,
    Thea

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    1. Schade, dass ich dir nicht mehr zuarbeiten kann. Alles im Alleingang hinzukriegen, das ist einfach viel Arbeit.
      Auf der anderen Seite habe ich in den letzten Jahren doch auch viel geschafft und Mathe würde ich mir mittlerweile auch ohne Buch zutrauen. Das Material so zu sortieren, dass man damit den Jahresplan abdeckt, das wäre jetzt der nächste Schritt. LG Gille

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    2. PS. Dir würde ich Corel sehr ans Herz legen. Damit kann man wirklich viel selbst herstellen und dann passt es zu dem, was die eigene Lerngruppe braucht.
      LG Gille

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    3. Vielen lieben Dank für den Tipp!
      Meine Schule hat kürzlich den Worksheet Crafter angeschafft. Jetzt schaue ich, was ich mit dem hinkriege :-)
      Ein schönes Osterfest wünscht
      Thea

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    4. Damit kann man auch eine Menge machen und Fabian entwickelt ihn ja auch stetig weiter, aber rund um Corel ist man einfach völlig frei und genau diese Freiheit genieße ich in vollen Zügen und nutze sie auch immer wieder. Ich brauche nicht nach Einstellungen zu suchen, sondern kann gestalten und ganz frei setzen. Dir jetzt erst einmal viel Freude am Worksheet Crafter! LG Gille

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  5. Ich mache für heute Pause, aber freue mich sehr, dass hier kommentiert wird. Morgen werde ich in Ruhe lesen und bestimmt auch mitmischen.
    LG Gille

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  6. Ich bin an einer Schule, in der wir in jahrgangsübergreifenden Klassen 1/2 und 3/4 unterrichten. Dies fordert uns immer wieder neu heraus auf die Suche nach guten Unterrichtskonzepten zu gehen. Wir haben als gesamtes Kollegium bisher kein gemeinsames Konzept. Auf unserem nächsten pädagogischen Tag Ende April wird Frau Schmolke zu uns an die Schule kommen. Ich habe mich daher sehr über deinen Tipp gefreut - ich wusste noch nichts von ihrem zweiten Buch. Ich bin gespannt, ob ihr Konzept uns überzeugen wird.
    Mich begeistert seit einiger Zeit mehr der Ansatz "Gemeinsam - aber nicht im Gleichschritt". Hier bin ich im Kontakt mit Frau Prof. Rathgeb-Schnierer, die tolle inhaltliche Aufgaben mitentwickelt hat. Die Kinder können bei diesen Aufgaben auf sehr unterschiedlichem Niveau arbeiten, ein Austausch und eine gemeinsame Reflexion ist immer mit allen Kindern möglich. Dies kommt mir bei der Arbeit mit individuellen Arbeitsplänen oft zu kurz. Ich bin daher sehr auf den pädagogischen Tag gespannt. Wir sollten uns an die Schulen sicher viel öfters Experten holen und auch die Idee an anderen Schulen zu hospitieren versuchen wir an unserer Schule regelmäßig zu realisieren. Nur so kann man wahrscheinlich auch das gesamte Kollegium "mitnehmen".
    LG Mirjam

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    1. Wir haben auch eine Fortbildung mit Frau Schmolke gemacht und mich hat das sehr motiviert. Gleichzeitig sind die gemeinsamen Überlegungen bei uns im Kollegium nur langsam angelaufen und wirklich getraut haben wir uns nicht. Das Konzept, von dem du schreibst werde ich mir auch mal anschauen. Wie man das allerdings für die Kernfächer im täglichen Schulgewusel hinbekommen soll, das ist mir nicht so ganz klar. Kannst du noch eine Fachliteratur empfehlen?
      LG Gille

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  7. Liebe Gille,
    ich habe mir den ersten Band vor einigen Jahren gekauft und war hell auf begeistert. Da ich aber im Kollegium auf heftigen Widerstand stieß, musste ich mich als Einzelkämpfer auf den Weg machen. Dazu waren die Jahrespläne aber zu weit gefasst und ich suchte nach anderen Wegen, dass individuellere Lernen in meiner Klasse auf den Weg zu bringen. Dabei stieß ich auf das Portfoliokonzept von Antje Bostelmann(Bananenblau) und die individuellen Lernpläne von Ursula Eller und Wendelin Grimm (Beltz). Aus diesen Büchern erhielt ich viele praktikable Tipps für Planung und Herangehensweise. Ich legte abrechenbare Lernziele für das gesamte Schuljahr für Deutsch, Mathematik und Sachkunde fest, die ich mit den Kindern in unseren Lernzielstunden, die meist vor den jeweiligen Ferien lagen, besprach. Es erstaunte mich immer wieder, wie genau die Kinder ihren jeweiligen Lernstand einschätzen konnten. Aus den Resultaten erstelle ich dann die individuellen Lernpläne für die Kinder zu einem vorher festgelegten Thema, z.B. Ritter, und passe die Aufgaben entsprechend des Leistungsniveaus und der zu erreichenden Lernziele an. So habe ich allmählich einen Zugang zum individuellen Lernen und einen für mich umsetzbaren Weg gefunden, obwohl dieser mit vielen Hürden und Stolpersteinen gepflastert war. Dank Dir und der vielen anderen Blogger, die ihr Material zur Verfügung stellen, hielt sich der Aufwand in der Vorbereitung einigermaßen im erträglichen Rahmen. Vielen Dank an dieser Stelle für Eure Mühen, kreativen Ideen und Euer selbstloses Teilen.
    Es wäre schön, wenn es künftig, im Interesse der Kinder, weniger Einzelkämpfer gäbe und sich mehr GS-Teams gemeinsam auf den Weg machen würden. Dann wäre dieser für den Einzelnen auch nicht mehr so beschwerlich.
    Liebe Grüße und ein schönes Osterfest
    splauly

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    1. Vielen Dank für deinen ausführlichnen Kommentar und deine Literaturhinweise. Ich werde mich da auch mal schlau machen. Ich fände es auch großartig, wenn sich an Schulen die gemeinsame Arbeit an Konzepten immer mehr durchsetzen könnte. Es wird einfach immer noch viel zu viel im Alleingang gearbeitet.
      LG Gille

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    2. Verrätst du mir, in welchem Jahrgang deine Kinder jetzt sind?
      LG Gille

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    3. Angefangen habe ich im zweiten Hj. einer dritten Klasse und im letzten Jahr in der Vierten weitergearbeitet. In diesem Jahr habe ich die Gelegenheit, von einem ersten Schuljahr an offener und individueller zu arbeiten. Ich bin gespannt, wie unser Weg in vier Jahren aussieht und ob ich vielleicht doch noch einige Kollegen mit ins Boot holen kann.

      Liebe Grüße
      splauly

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  8. Liebe Gille, wir arbeiten jahrgangsübergreifend in der 1/2 und der 3/4!
    An unserer Schule lernen 2/3Kinder ohne Behinderung gemeinsam mit 1/3Kindern mit Behinderung. Jedes Kind arbeitet individuell an seinen Lernplänen oder Wochenplänen! Manchmal ergibt sich eine Gruppe von einigen Schülern, die gerade zufällig das selbe bearbeiten, oft ist es in unseren Gruppen sehr individuell und unterschiedlich!
    Die Kinder lernen miteinander und voneinander, dabei spielt die Behinderung oder Nicht-Behinderung überhaupt keine Rolle! ...wederfüt die Kinder, noch für uns erwachsene...
    Jede und jeder wird so angenommen, wie sie oder er ist, Kinder und Erwachsene!
    Das ist unser Ziel! Wir leben es und genießen es (meist😉) alle!
    Meiner Meinung nach kann und sollte Schule nur so funktionieren!!!
    Liebe Grüße!

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    1. Da sind wir auf einer Welle und da es eben einfach nicht überall so ist, stehen mir immer wieder die Tränen in den Augen. Oft finde ich es bedrückend, denn ich bin sicher, dass es viele Möglichkeiten gibt, neben all den schlechten Bedingungen, die ungenutzt bleiben.
      LG Gille

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  9. Liebe Gille,
    wir arbeiten jahrgangsübergreifend Klasse 1-4 und haben in jeder Klasse mindestens ein Fünftel Kinder mit Behinderung. Damit das funktionieren kann, gibt es im Stundenplan inzwischen mehr Zeiten freien Lernens als Fachunterricht. Jetzt gerade erarbeiten wir Kompetenzraster für Klasse 1- 4, an denen sich unsere Schüler dann während ihrer Grundschulzeit "entlanghangeln" können - und wir auch. Jedes Kind in seinem Tempo. Keine Klassenarbeiten, keine Zensuren, keine Zensurenzeugnisse, stattdessen wöchentliche Sprechstunden zum "Lernweg-Coaching", zweimal jährlich Lernentwicklungsgespräche ...

    Auf diese Weise habe ich Zweities, die sich im Zahlenraum bis 4 bewegen und Zweities, die sich im Zahlenraum bis 1000 und darüber bewegen.

    Oder ein anderes Beispiel: Ein Erstie kam wenige Wochen nach der Einschulung zu mir und sagte: "Du, ich habe jetzt alles ausprobiert, Mathe und Deutsch und so. Gefällt mir alles nicht. Ich spiele lieber." Ich: "O.k.." Ein paar Wochen später kam er wieder zu mir, dieses Mal total unglücklich: "Du, die anderen sind alle viel besser als ich. Die können lesen und so." Ich: "Aber du bist auch gut. Du kannst toll spielen. Du kannst Theater spielen, Geschichten erfinden, Streit schlichten ... " Er: "Das meine ich nicht. Die anderen können lesen. " Ich : "Aha. Was nervt dich daran?" Er: "Ich möchte es auch können." Ich: "Aha." Er: "Könntest du es mir beibringen?" Ich: "Natürlich."

    Das sind die wirklich guten Momente in meinem Schulleben. Und es hilft enorm, dass meine Schulleitung ausdrücklich möchte, dass wir so offen und differenziert arbeiten. Aber dann gibt es Bremser im Team, die von dem Jülen nichts halten und mit "Behinderten" ohnehin nichts zu tun haben wollen. An der Stelle bin ich dann auch oft unzufrieden und frustriert, oder auch hilflos ...

    Dein Material übrigens - und das weiterer fleißiger Bloggerinnen - ist ganz entscheidend für das Konzept unserer Lernwerkstätten in jedem unserer Lerngruppenräume. Danke dafür! Und für die Inspirationen!

    Wenn du magst, darst du sehr gern zum Hospitieren vorbeikommen. Ich würde mich freuen!!!

    Ganz liebe Grüße
    Sonja

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    1. Das klingt ja wunderbar!
      Wo unterrichtest du denn, gerne auch per Mail hinter den Kulissen.
      LG Gille

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  10. Liebe Gille,
    die von dir empfohlenen Bücher hatte ich bereits mehrfach in der Hand und habe eher darin diagonal gelesen. Das war vielleicht ein Fehler, denn ich hatte es so verstanden, dass die Kinder trotz Individualisierung eine gewisse Struktur und Reihenfolge durchlaufen müssen/ sollen.
    Bei uns an der Schule wird individuelle Fördeurng schon seit vielen Jahren groß geschrieben. Wir haben jahrgangsgemischte KlasseN 1/2, die dann jahrgangskonform weiter gehen in 3 und 4. Daneben gibt es zwei jahrgangsgemischte Montessoriklasse 1-4. Zudem werden hier seit etwa 20 Jahren Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf beschult.
    Die Individualisierung bezieht sich aber nicht nur auf die Kinder, sondern auch auf das gesamte unterrichtende und betreuende Team. Gewissen Rahmenbedingungen sind festgelgt, innerhalb derer aber auch die Kollegen unterschiedlich arbeiten können, bspw. auch nach dem beschriebenen Konzept. Es kommt dabei lediglich auf die Grundhaltung des Teams an. Ich finde es ganz wichtig Mut dafür zu machen, sich auch alleine auf den Weg zu machen und ggf. andere zu begeistern, neue Dinge zu erproben. In Zeiten des akuten Personalmangels mit vielen Abordnungen und ständig wechselnden Kolleginnen muss es Rahmenkonzepte geben, in den sich alle gut integrieren lassen und auch wiederfinden; ein Konzept, dass auch unter Personalknappheit funktioniert.

    Ich persönlich mache die Erfahrung, dass man in der Jahrgangsmischung den Kindern viel Raum geben sollte auch voneinander zu lernen: Da schaut ein Erstklässler einem Zweitklässler über die Schulter, der sich mit dem geometrischen Material von Montessori auseinandersetzt und dabei die Körper inlusive Anzahl von Flächen, Kanten, Ecken lernt. Ein Kind wiederholt die Zerlegung bis 10 während ein anderes fittes Kind gemeinsam mit einem fitten Zweitklässler im Zahlenraum bis 1000 Zahlen/ Aufgaben mit dem goldenen Perlenmaterial legt. Ein lesestarkes Kind erklärt anderen Kindern Antolin usw. Ein Mädchen scheint an dem AB zu Riesen- und Zwergaufgaben nicht zu arbeiten und schaut dem Nachbarn zu- tatsächlich lernte es gerade die 3er-Reihe mit.
    Input und gemeinsame Diskussion über z.B. Mathematik ist genauso wichtig wie Öffnung für individuelle Lernwege. Auf jeden Fall ist aber ein guter Materialfundus enorm hilfreichen, sich schrittweise auf den Weg zu machen.

    Da man bekanntlich nach nie auslernt, werde ich jetzt die empfohlenen Bücher doch einmal zuende lesen ;o). Lieben Dank für deinen Tipp!
    LG Bistro

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    1. Das hast du schon richtig verstanden. Eine Reihenfolge ist schon angedacht, auch wenn man natürlich verschiedene Bausteine auch flexibel kombinieren kann. Dein Hinweis darauf, dass in diesem Konzept auch das Lernen der Kinder untereinander eine große Rolle spielt ist noch einmal sehr wichtig. Das ist auch eine sehr gute Alternative zum Austausch mit der gesamten Gruppe, der aus meinen Erfahrungen einfach immer sehr schnell an vielen Kindern vorbeizieht. Das kann man oft auch nicht verhindern, selbst wenn man meint, ein Thema auf verschiedenen Niveaustufen mit den Kindern zu besprechen...
      Ob sich für mich die Möglichkeit finden ließe, bei euch an der Schule mal einen Besuchstermin zu bekommen?
      Und was das Lesen der beiden Bücher angeht, so lese ich darin auch immer wieder quer und finde so immer wieder Anregungen.
      LG Gille

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    2. Liebe Gille,
      danke für deine Antwort. Tatsächlich ist das Lernen voneinander besonders schön in den jahgrangsgemsichten Klassen 1-4 zu beobachten. Ich hoffe das auch mal irgendwann ausprobieren zu dürfen. Aber auch in meiner Klasse 1-2, die zunehmend heterogener wird, findet unglaublich viel Lernen voneinander statt. Oft liege ich falsch, wenn ich die Kinder bitte, das Sprechen zu reduzieren. Tatsächlich erklären sie sich oft gegenseitig etwas oder diskutieren über bspw. Rechenwege.
      Schade finde ich an der Mischung 1-2, dass die Zweitklässler niemanden über sich haben, den sie "einholen" wollen - da fehlt gelegentlich ein Gegenpol für sehr begabte Kinder (die mir ehrlich gesagt immer besonders am Herzen liegen, weil sie oft vergessen werden!).
      Deine Hospitation bei uns werde ich auf jeden Fall ermöglich - ich schreibe dich diesbzgl. gerne noch mal "hinter den Kulissen" an.
      LG BiStro

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  11. Liebe Gille,
    ich kenne beide Bücher und habe das Konzept an meine Situation angepasst. Noch bin ich, wie so viele Lehrer/innen in Österreich, eher alleine auf mich gestellt.An meinem Schulstandort konnte ich nun schon eine Kollegin überzeugen und vielleicht werden es auch noch mehr! Ausserdem biete ich zu diesem Thema Lehrerfortbildung mit Hospitation an, leider für dich zu weit weg! Ich bin wirklich davon überzeugt, dass diese Art des Unterrichts sowohl für die Schüler und auch die Lehrperson den Druck herausnimmt und trotzdem individuell auf die Interessen und Fähigkeiten der Schüler/innen eingeht.
    Lg aus Österreich,
    jeannykatz

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    1. Wie man das alleine hinkriegen kann, dass kann ich mir kaum vorstellen. Ich würde mir das tatsächlich gerne anschauen, aber Österreich müsste ich ja mit einem Urlaub verbinden und das schaffen wir zeitlich leider nicht. Reizvoll wäre das aber!
      LG Gille

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    2. Liebe JeannyKatz,
      ich bin auch aus Österreich und immer an einem Austausch interessiert. Ich unterrichte im Moment in einer Familienklasse (1./2.) Stufe und bin immer offen für eine Schulentwicklung.
      Glg aus der Steiermark
      Maria

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