Sonntag, 19. April 2015

die nächste Regel

nachdem die Kinder jeweils 14 Tage 
an den ersten beiden Regeln sehr intensiv und erfolgreich 
gearbeitet haben,
 haben sie sich nach den Ferien mit der nächsten beschäftigt...

(die eingefügten Bilder habe ich entfernt)

Wieder haben wir die Regel besprochen
und begründet,
es gibt einen Pass zur individuellen Beobachtung,
das Säulendiagramm
und eine Rückmeldung an die Eltern,
auch einen Elternbrief...
und ich war sehr zuversichtlich!

Auf dieses (von Anfang an) vereinbarte Zeichen haben die Kinder immer recht schleppend reagiert und so ist es auch in den ersten Tagen gebliegen: viele Erinnerungen und Ermahnungen, Punkte anmalen, im Säulendiagramm nicht farbig markieren können.... Ich war erschrocken und wurde noch einmal deutlicher. Dann hat es am Ende der Woche doch geklappt. Ich habe sehr darauf geachtet, meinerseits die Klangschale sehr bewusst einzusetzen und konnte so immer wieder kurze Ansagen machen, die für alle Kinder wichtig sind. 
Selbst ist man sicher immer gehalten, sehr genau zu überlegen, welche Regel man so einführen möchte, dass sie irgendwann in Fleisch und Blut übergeht, denn man kann das Regelwerk einer Klasse auch überstrapazieren, aber in diesem Fall bin ich mir sicher, dass es für alle wichtig und sinnvoll ist, auf ein vereinbartes Zeichen schnell leise zu werden und aufnahmebereit zu sein. 
Hier werden wir länger üben, denn offensichtlich ist es für viele Kinder nicht selbstverständlich, zügig auf eine Ansage, eine Aufforderung zu reagieren. Erst wird all das gemütlich zuende gemacht, was einem gerade noch wichtig erscheint, und dann ist es immer noch früh genug zu reagieren. Ich werde dabei bleiben, dass es für das Arbeiten in einer Gruppe wichtig ist, sich selbst auch immer mal wieder ein bisschen zurückzunehmen. Ob ich damit im Trend liege?

LG Gille

hier der Link zum gekürzten Material,
denn vielleicht ist es ja eine Anregung...
Schrift: Grundschrift Will Software 

Kommentare:

  1. Liebe Gille,
    sei tapfer, halte durch und bleibe optimistisch. Irgendwann wird es auch der letzte Quengelgeist verstehen. Aber ohne Regeln geht es nicht und ich denke, dass die Zeit nach den Ferien besonders wichtig ist. Schnell wird viel zu viel vergessen, was schon einmal geklappt hat - aber es kommt wieder. Ich bin überzeugt, dass eine ruhige Arbeitsweise auch den Kinder besser gefällt.
    Also lass dich nicht entmutigen - es geht sicherlich nicht nur dir so. Ich glaube eher, viele Kollegen kennen dieses Problem aus eigener Erfahrung.
    An dieser Stelle ein großes Dankeschön an dich für all deine Mühe. Ich denke mal, ein kleines Lob bewirkt nicht nur bei Kindern Wunder, sondern es tut auch dir gut.
    LG Jutta

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  2. Hallo Gille!

    Eine tolle Anregung. Ich finde es sehr gut, dass Du Dir so viel Zeit lässt und das so gründlich machst! Nehme ich mir als Vorbild.

    Noch eine Kurze Frage: Ist das auch die Will Software Grundschrift? Es kommt mir vor als wäre die leicht anders, und ich würde sie mir auch gern besorgen.

    Danke!

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    1. Gleiche Schrift wie immer, habe ich einmal vergessen anzugeben und werde ich nachholen. LG Gille

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  3. Sehr geehrte Frau Reinsch!

    Ein paar Anmerkungen/Gedanken habe ich zu der von Ihnen angesprochenen Thematik:

    1) In Ihrem Dokument befindet sich im Abschreibtext ein kleiner Tippfehler. Es muss heißen "spreche zu Hause".
    2) Ich bin doch erstaunt darüber, mit welch straffem Regiment Sie zu agieren scheinen, wenn man sich im Vergleich dazu Ihre Begeisterung für das (vermeintlich) offene Arbeiten ansieht. Die Kinder dürfen sich die Aufgaben selbst zusammenstellen, haben aber gerade am Tisch zu sitzen?
    3) Glauben Sie im Ernst, dass die Kinder die Regel im Kopf haben und sie umsetzen können, wenn sie diese 3 (furchtbar langen um komplizierten) Sätze abschreiben mussten?
    4) Muss man immer alle Regeln endlos lange begründen? Bekommt der Schüler wirklich immer einen FÜR IHN WICHTIGEN Hinweis, wenn die Klangschale klingelt? Reicht es nicht zu sagen: Du bist jetzt still, weil ich (deine Lehrerin) es möchte?
    5) Ist es insgesamt nicht "too much", wenn die Kinder zu EINER Regel drei verschiedene Protokoll- und Rückmeldeblätter bekommen? Wer blickt denn da bitte noch durch?
    6) Wieso können Sie Kindern besser helfen, die gerade sitzen?

    Sie sehen, viele Frage habe ich. Ich freue mich auf eine Antwort!

    Herzlichst

    Gertraud Rohe

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    1. Liebe Frau Rohe,

      den Tippfehler hatte ich in meinem Dokument schon verbessert, im Pdf leider vergessen...
      die Fragen hier alle im einzelnen zu beantworten scheint mir hier den Rahmen zu überfordern, zumal Sie für sich ja schon Stellung bezogen und ihre Ansicht deutlich gemacht haben.

      Vielleicht zu 6: die Kinder saßen oft so am Tisch, dass der Stuhl sehr weit vom Tisch entfernt stand und ich dann kaum einen Blick auf die Arbeiten der Kinder werfen konnte. Sie hatten sehr genau verstanden, was ich meinte. Rund um das Regelwerk einer Klasse arbeitet sicher jeder von uns immer wieder sehr unterschiedlich und auf seine aktuelle Lerngruppe bezogen. Hie sind meine Regeln der Woche als Anregung gedacht und wem sie zu straff und wortreich scheinen, der fährt in seiner Lerngruppe eine andere Linie. Gerade für die Planarbeit erscheint mir eine gute Arbeitshaltung der Kinder ausgesprochen wichtig und nicht grundsätzlich im Widerspruch zu stehen. LG Gille



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    2. Sehr geehrte Frau Rohe,
      sehr deutliche Worte, die Sie da finden. Doch ich glaube nicht, dass Sie nur an Hand der bereitgestellten Materialien die Unterrichtsführung einer Kollegin einschätzen können. Oder sprechen Sie aus eigener Erfahrung?
      Welche konkreten Regeln für die eine oder andere Klasse sinnvoll und zutreffend sind, dass muss schon jeder Kollege für sich allein entscheiden. Und man sollte sich schon hüten, aus unbekannter Entfernung ein Urteil zu bilden.
      Ganz nebenbei gesagt, auch meine Kinder arbeiten im Unterricht sowohl frontal als auch ganz offen, aber auf eine ruhige Arbeitsweise und auch eine gesunde Sitzhaltung, sowie die Einhaltung von abgesprochenen Regeln, achte ich trotzdem, weil es zum Lernen einfach dazu gehört.
      Und trotzdem oder gerade deshalb macht meinen Kindern das Lernen viel Spaß und sie können sich wesentlich besser auf ihren Lernweg konzentrieren.
      Die Kinder akzeptieren nicht nur feste vereinbarte Regeln, sie brauchen diese auch.
      LG Jutta

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