Sonntag, 23. April 2017

individuelle Lernwege zulassen (2)

diese Handreichungen stehen schon lange in meinem Lernstübchen
und warten darauf, wenigstens kurz vorgestellt zu werden


Handreichungen für den Unterricht
von Barbara Geeck
erschienen bei Cornelsen

(meine Auflage ist aus dem Jahr 2008
und ich gehe davon aus, 
dass sie bis heute unverändert zu bekommen ist)




Auch hier wird das jahrgangsübergreifende Arbeiten in der Schuleingangsphase beschrieben
und mit einem Arbeitsplan gearbeitet, der die Unterrichtsinhalte der ersten beiden Schuljahre abdeckt. 
Entwickelt hat sich auch dieses Konzept aus der jahrelangen Arbeit mit differenzierten Wochenplänen, die sich sowohl in der Vorbereitung als auch in der Nachbereitung zunehmend als so arbeitsintensiv entwickelt haben, dass nach Alternativen gesucht werden musste.

Diese Handreichungen beschreiben die Grundsätze des schülerorientierten Unterrichts und stellen im zweiten Teil beispielhaft die Umsetzung dar. Der Arbeitsplan wird vorgestellt, Lernmaterialien und Arbeitsformen, mögliche Organisationsformen und Gestaltungsideen für das Klassenzimmer.

Mitgeliefert wird ein Aufklebersatz, mit dem man die Regale und sämtliche Materialkisten beschriften könnte und auch wenn sie kaum einer wahrscheinlich genau so auch gebrauchen kann, so bieten sie eine sehr konkrete Orientierung und lassen sich unter Umständen auf jeden Fall in Teilen auch gut für die Strukturierung und Aufbewahrung der Materialsammlung im eigenen Klassenzimmer nutzen.



Wenn man tatsächlich genau nach diesem Konzept arbeiten wollte, dann könnet man auf weiteres Material zurückgreifen. Den Arbeitsplan und die Laufzettel kann man für 15 Kinder bekommen und könnte sich damit natürlich die eigene Arbeit wesentlich erleichtern. Auf die Materialien, die man konkret einsetzen möchte wäre man damit noch nicht festgelegt. Hier wird zwar viel Material vorgeschlagen, dass man bei Cornelsen auch erwerben könnte, aber ohne dass man darauf festgelegt würde.Wahrscheinlich wird man bei der Durchsicht aber feststellen, dass man auch an der eigenen Schule noch so einiges in Ecken stehen hat, das nie so richtig zum Einsatz gekommen ist, aber durchaus brauchbares Material ist.




Aus meiner Sicht lebt die individuelle Arbeit mit den Kinder entlang erarbeiteter Lernstraßen davon, dass man sich als Schule auf den Weg macht, den Unterricht schrittweise zu öffnen und gemeinsam über Vorgehen und Inhalte nachdenkt. Nach vielen gemeinsamen Arbeitsjahren in den Schulen haben sich sicher manche Materialien bereits als sinnvoll erwiesen, sind angeschafft und aufbereitet, sodass man sich dem anpassen kann, was bereits vorhanden und den Kinder bekannt ist. 
Gleichzeitig ist es aber an vielen Schulen so, dass zu wenig Einigkeit besteht und die Vorstellungen der einzelnen Kollegen doch sehr auseinander gehen. So gibt es bis heute nicht viele Schulen, die nach vergleichbaren Konzepten arbeiten. 
Wirklich konsequent wird man mit Jahresarbeitsplänen im Alleingang nicht arbeiten können, aber über Anregungen aus der Literatur lässt sich doch einiges finden, was man auch in der eigenen Klasse umsetzen kann, ohne dass alle mitziehen müssen. Aus diesem Blickwinkel kann ich diese Handreichungen sehr empfehlen. Ich habe sie in den letzten Jahren immer wieder zur Hand genommen, um nach Anregungen und Umsetzungsmöglichkeiten zu suchen und gerade jetzt ist es für mich wichtig und sinnvoll, in der Literatur zu stöbern, um ganz in Ruhe über Möglichkeiten nachzudenken, die in meinem Unterricht auf jeden Fall ihren Platz finden sollen. Gerade ich bin eine, die immer wieder gerne verändert, wenn sich im Unterrichtsalltag das eine oder andere noch nicht als perfekt erweist und so fiel es mir gleichzeitig schwer, wirklich verlässliche Strukturen für die Kinder aufzubauen. Für mich wäre es ein Traum, an einem solchen Konzept gemeinsam zu arbeiten und auch wichtig, um es mit der nötigen Ruhe anzugehen, aber das wird wahrscheinlich erst einmal mein Traum bleiben. So nutze ich jetzt die letzten Wochen, die mir für grundlegende Überlegungen bleiben und muss gleichzeitig vieles auf mich zukommen lassen. 
Bei Cornelsen bedanke ich mich für das kostenlos zur Verfügung gestellte Rezensionsmaterial.

euch wünsche ich einen schönen Tag

LG Gille

Kommentare:

  1. Liebe Gille,
    danke für deine Anregungen zum "individuellen Lernen". Auch ich habe mich mit meiner Klasse auf den Weg gemacht und freue mich über weitere Tipps. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen du bald in der Schule machen wirst und was du von deinen Ideen umsetzen kannst.
    Dir wünsche ich einen guten Start im Mai mit netten Kindern und Kolleginnen!
    Es grüßt dich ganz herzlich
    Andrea

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    1. Danke, liebe Andrea, das kann ich gut gebrauchen.
      LG Gille

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  2. Liebe Gille,

    vielen Dank für den Einblick in das tolle Material. Ich bin auch immer wieder auf der Suche nach guten und möglichst praxiserprobten Ideen und Impulsen.
    Danke für den Tipp!
    Liebe Grüße Jule

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  3. ... noch eine Ergänzung...
    Die Erfahrungen die du schilderst nehme ich mit sehr großem Bedauern auch immer wieder wahr (ich arbeite als Förderschullehrerin gegenwärtige an zwei Grundschule und arbeite somit auch mit zwei sehr verschiedenen Kollegien zusammen).
    Auch ich habe immer wieder den Gedanken, wie toll es wäre, wenn man sich als Schule gemeinsam auf den Weg machen würde... auch wenn es anfangs doch einiges an Arbeit wäre, würde es einem doch vermutlich langfristig viel Zeitgewinn bringen und ein differenzierteres und individualisierteres Arbeiten ermöglich.
    Hach ja....

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    1. Mit deinem Hach ja... sprichst du mir so richtig aus der Seele.
      LG Gille

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  4. Vielen Dank für den Literaturtipp! Ich suche auch immer wieder Anregungen, wie ich meinen Unterricht verändern kann, und nehme auch "ältere" Literatur, die auch schon mal lange im Regal steht, mehrfach wieder in die Hand.

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