Samstag, 13. August 2016

und wieder einmal konnte ich es nicht lassen....

ich wühle immer wieder gerne in alten Kisten
und aus all meinen Eindrücken entsteht dann mein Material

gleichzeitig kann ich es aber auch nicht lassen,
mir immer mal etwas aktuelles zu bestellen,
um mich auf dem Laufenden zu halten
und mir auch dort Ideen zu holen,
denn letztlich arbeite ich am liebsten mit meinen eigenen Materialien,
die ich ganz gezielt für meine Lerngruppe erstellen kann...

in den letzten Wochen habe ich mir 
das aktuelle Lehrwerk ZEBRA
aus dem Klettverlag angeschaut







und vielleicht nenne ich einfach mal ein paar Gründe
woher mein Interesse rührte...


  • Ausgangsmotivation war das zugrundeliegenden Rechtschreib-konzept des Lehrwerkes, die sogenannte FRESCH-Methode.
    Hier kann man sich genauer über diese Methode informieren.
    Ich selbst bin leider immer noch nicht so in die Tiefe gegangen, wie ich es mir vorgenommen hatte, bin aber immer noch der Meinung, dass es sich sehr lohnt, sich mit diesem Konzept auseinanderzusetzen. Das Schreibenlernen ist ein ausgesprochen komplexer Prozess und für viele Kinder eine wirklich schwer zu nehmende Hürde.
    Um so klarer und kindgerechter sollte aus meiner Sicht das Rechtschreibkonzept sein.
    Im ersten Schritt geht es hier darum, die Wörter bewusst in ihre Sprechsilben zu zerlegen und in rhythmische Bewegungen (klatschen) umzusetzen. So sollen die Kinder einen Zugang zur Schriftsprache entwickeln.
    Einige befreundete Kolleginnen, die mit dieser Methode bereits Erfahrungen gemacht haben, haben immer wieder so aus ihrem Unterricht berichtet, dass sie mich mit ihrer Begeisterung angesteckt haben. Die zugrundeliegenden Rechtschreibstrategien scheinen klar und übersichtlich, sodass die Kinder recht schnell und einsichtig damit arbeiten können und so die Möglichkeit haben, in ihrem eigenen Tempo und Lernvermögen in ihrer Rechtschreibentwicklung Fortschritte zu machen.
  • Das Schreiben eigener Texte scheint einen besonderen Stellenwert zu haben.
  • Das zusätzlich angebotene Material erschien mir verlockend.
    Besonders die Förderkartei hat es mir angetan. Sie ist angelehnt an 29 Diagnosebögen, die man zugrundelegen kann, um dann die einzelnen 113 Karten sinnvoll und zielgerichtet einzusetzen.
    Sie sind stabil, lassen sich mit Folienstiften beschreiben und sind übersichtlich und nett gestaltet.



  • Ich persönlich stöbere auch immer wieder gerne in Lehrerhandbänden, studiere die Kopiervorlagen und nutze die Bilder, die auf den beigefügten CD´s angeboten werden.




  • Das Wissensbuch Sprache/Lesen (s. erstes Foto) als ein Baustein des Konzeptes gefällt mir auch sehr gut. Hier sind in einem Nachschlagewerk mit kleinen zusätzlichen Übungen die wichtigsten Merksätze zusammengefasst. Auch Arbeitstechniken zum Lesen und Texte verfassen sowie die wichtigsten Fachbegriffe lassen sich hier nachschlagen.
Wie man mit diesem Lehrwerk im Unterricht arbeiten könnte, das kann ich nicht beurteilen. Mein Eindruck ist insgesamt aber auf jeden Fall sehr positiv und ich könnte mir vorstellen, dass das gesamte Paket für junge und möglicherweise fachfremd unterrichtende Kollegen und Kolleginnen ein sehr hilfreicher roter Faden sein könnte. Für mich wird es ein Lehrwerk bleiben, in dem ich gerne stöbere und nach Ideen schaue, um dann eigenes Material in Angriff zu nehmen.
Die Idee zum Beispiel, sich mit den Nomen zu Gefühlen auseinanderzusetzen, ergab sich nach dem Lesen in der Förderkartei des dritten Schuljahres.

  Vielleicht sind ja für euch die einen oder anderen Anregungen dabei
und freuen würde ich mich natürlich über Kommentare von Kolleginnen,
die mit dem Lehrwerk arbeiten 
und aus ihrem Alltag berichten können.

LG Gille

Kommentare:

  1. Liebe Gille,
    ich habe mir die Zebra-Förderkartei auch letztes Jahr bestellt und war ganz angetan davon, dass man sie mit Folienstiften beschreiben kann - STIMMT NICHT!!! Das ganze hinterlässt Spuren, die man gar nicht mehr weg bekommt. Zum Glück habe ich das sofort bemerkt. Ich würde sie sicherheitshalber lieber nochmal laminieren oder in eine Klarsichthülle stecken. Probier es doch am besten einmal selbst aus und berichte mir mal.
    LG Liss

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    1. Ich habe es mit einem trockenabwischbaren Stift versucht und der ließ sich rückstandslos abwischen. Ich könnte mir aber dennoch vorstellen, die Kartei zu laminieren, um auf der ganz sicheren Seite zu sein.
      LG Gille

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  2. Liebe Gille,
    ich habe letztes Jahr in Klasse 3 mit Zebra gearbeitet. Das Arbeitsheft Sprache gefällt mir richtig gut, es ist übersichtlich und sinnvoll gegliedert und du hast Recht - die Förderkartei ist eine tolle Ergänzung für schwache Schüler.
    Das Arbeitsheft Lesen/Schreiben finde ich total daneben: So viele Themen die angerissen werden! Ich habe etliche Seiten frei lassen müssen, wofür ich natürlich gegenüber den Eltern auch einstehe und es zu begründen weiß, aber blöd ist das schon. Und wie du an anderer Stelle glaube ich schon mal geschrieben hast, lässt sich in den Bereichen spannender frei unterrichten.

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    1. Rund ums Lesen und Schreiben lässt es sich auch aus meiner Sicht sehr gut vermeiden, viele Themen nur anzureißen. Rund ums Lesen ist es aber auch nicht so leicht, wirklich in den Textsorten und begleitenend Aufgaben die Vielfalt anzubieten, die ich wichtig finde.
      LG Gille

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  3. Hallo!
    Wir haben jetzt 4 Jahre an unserer Schule mit Zebra gearbeitet und sind nicht ganz so zufrieden. Der Buchstabenlehrgang für Klasse 1 ist gut, den haben wir beibehalten. Das Material für die 2. Klasse ist insgesamt für schwache Kinder anspruchsvoll und zu schnell wechselnd. Vieles wird angerissen, was eigentlich in der 3. Klasse thematisiert werden müsste. Inhaltlich waren einige Themen nicht gut in unser Eingangsstufenkonzept einzugliedern. Wer aber nicht jahrgangsübergreifend arbeitet kann sich dem Werk ja anpassen. Viel Zeit für Freiarbeit, Lernschwerpunkte, lautgetreues Schreiben u.ä. bleibt aber nicht mehr. Für die Klasse 2 haben wir nun einen Versuch mit Konfetti gemacht. Ob das besser ist, kann ich erst nach diesem Schuljahr beurteilen.
    LG Kristina

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    1. Liebe Kristina,
      danke für deine Rückmeldung. Ich bin allerdings fast sicher, dass genau das was du beschreibst für jedes Lehrwerk in Deutsch zutrifft. Letztlich werden sie immer so konzipiert sein, dass man es für die leicht arbeitenden Kinder gut nutzen kann und für sie sowohl Umfang als auch die inhaltliche Vielfalt sinnvoll sein wird und für die schwächeren Kinder das Ganze einfach nicht machbar und auch nicht sinnvoll ist. Für mich sind daher die Lehrwerke immer nur eine Möglichkeit der Orientierung und meinen Unterricht bereite ich in diesem Fach immer viel lieber gezielt für meine Lerngruppe vor. Damit habe ich viele Jahre sehr gute Erfahrungen gemacht.
      LG Gille

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